Glossar

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A
AC Allgemeiner Convent (siehe auch Convent)
ad profundum lat. bis zum Tiefsten (Boden des Glases)
AHC Altherrenconvent (siehe auch Convent)
Aktiver Studierendes Mitglied einer Studentenverbindung
Aktivitas Gemeinschaft der studierenden Mitglieder (Füxe, aktive Burschen und inaktive Burschen). Die Aktivitas prägt als tragende Säule der Verbindung deren Leben, Programm und äußeres Erscheinungsbild. Sie ist demokratisch aufgebaut (Convent) und wird durch die Chargen geleitet.
Allgemeines Deutsches Kommersbuch Auf Ernst Moritz Arndt zurückgehende Sammlung studentischen Liedgutes, die 1843 zum ersten Mal aufgelegt wurde und seitdem über 160 Auflagen erfahren hat. Das CV-Liederbuch stellt eine CV-spezifische Auswahl aus dem ADK dar.
alma mater lat. Nährende Mutter; Urspr. segenspendende altrömische Gottheit; seit der Frühneuzeit ehrende Bezeichnung für die Universität, die auf die quasi persönliche Beziehung zwischen Student und Hochschule hinweisen sollte.
Alter Herr, AH Mitglied einer Studentenverbindung nach Abschluss des Studiums. Die Alten Herren (AHAH, auch AH²) tragen zum Verbindungsleben im Wesentlichen als fördernde und beratende Mitglieder bei und sorgen für die Kontinuität des Korporationsgedankens. (siehe auch Philister)
Amicitia Die Freundschaft der Cartell- und Bundesbrüder untereinander bilden das integrierende Moment zwischen den Mitgliedern des Verbandes. Sie ist die Grundlage der gegenseitigen Unterstützung der Mitglieder. Dies setzt das Bemühen jedes einzelnen voraus, den Egoismus und dessen isolierende Wirkung abzubauen und somit die aus Selbstsucht resultierenden Einzelinteressen hinter Gruppeninteressen zurücktreten zu lassen. „Freiwillig mehr zu tun, als ein anderer erwartet.“ — Amicitia bedeutet auch: Lebensbund
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B
Band, Burschenband, Fuxenband Schmale Schärpe, ca. 28mm breit, in den Verbindungsfarben, wird als äußeres Zeichen der Zugehörigkeit zu einer (farbentragenden) Verbindung getragen (über die rechte Schulter zur linken Hüfte). Bestandteil des Couleurs. Symbolisiert das Eintreten für die Prinzipien der Verbindung und das „Freundschaftsband“, das alle Gleichgesinnten umschlingt. Füxe haben im Unterschied zu Burschen ein in der Regel nur zweifarbiges Band (zweistreifig).
Bandphilister Ein nach dem Studium in die Verbindung aufgenommener Philister einer anderen CV Verbindung.
BC Burschenconvent (siehe auch Convent)
Bierdorf Im Anschluss an eine Kneipe stattfindendes geselliges Beisammensein ohne bestimmte Ordnung.
Bierfuchs Bierfüchse sorgen bei Kneipen und Kommersen für die Getränkeversorgung
Bierjunge Herausfordernder Zuruf an der Kneiptafel, der als schwache Beleidigung aufgefasst wird. Der Beleidigte ernennt einen Unparteiischen, der das Kommando über den umgehend nach dem Biercomment auszuführenden Bierjungen übernimmt. Er schließt mit der Bekanntgabe des 1. und 2. Siegers.
bierkrank Unfähigkeit zum Genuss alkoholischer Getränke
Biermimik Humoristische Darbietung im inoffiziellen Teil einer Kneipe (z.B. witziges Gedicht, Episode etc.; seit 1830 üblich)
Biermusikus Auch Bierorgler, Klavierspieler oder Kapellmeister bei einem Kommers bzw. einer Kneipe
Bierorgel Klavier
Bierorgler Klavierspieler auf einem Kommers bzw. einer Kneipe
Blume Eigtl. das Beste einer Sache; daher: der Schaum auf einem frischen Glas Bier;
Breiter Stein Urspr. Bezeichnung für den Bürgersteig. Im 18. und 19. Jahrhundert nahmen die Burschen es als ihr natürliches Vorrecht in Anspruch, gegenüber Füxen und Bürgern den Vortritt zu haben. Zwischen den einzelnen Verbindungen gab es um die Frage, welcher Verbindung der Vortritt gebühre, oft Auseinandersetzungen. (vgl. die dritte Strophe des Liedes „O alte Burschenherrlichkeit…“)
Bude Aus dem 19. Jahrhundert stammender Ausdruck für Studentenwohnung. Bude wird heute auch für Verbindungswohnheim verwendet.
Bundesbruder, Bbr. Anrede für ein anderes Mitglied der eigenen Verbindung. (Abk. für Bundesbrüder: BbrBbr. oder Bbr.) (siehe auch Cartellbruder, Kartellbruder und Farbenbruder)
Bursch Ausdruck aus dem Mittelalter für Bewohner einer Burse (Studentenhaus). Heute jedoch Bezeichnung eines studierenden Mitgliedes der Verbindung nach Beendigung der Fuxenzeit.
Burschen heraus! Alter Hilfe- und Kampfruf der Studenten, der jeden Studenten zur sofortigen Hilfeleistung verpflichtete. Hintergrund waren meist (tätliche) Auseinandersetzungen mit Bürgern oder Handwerkern, die den Elite-Anspruch der Studenten nicht akzeptierten. (vgl. hierzu auch das gleichnamige Lied)
Burschenehrenwort Auf Conventen gehen alle Aussagen auf Burschenehrenwort. In vergangenen Jahrhunderten erhielten die Studenten auf Burschenehrenwort nahezu unbegrenzt Kredit. (vgl. CV-Bundeslied, 6. Strophe: „Euer Burschenwort zum Pfande…“) „Burschen heraus!“ Alter Hilfe- und Kampfruf der Studenten, der jeden Studenten zur sofortigen Hilfeleistung verpflichtete. Hintergrund waren meist (tätliche) Auseinandersetzungen mit Bürgern oder Handwerkern, die den Elite-Anspruch der Studenten nicht akzeptierten. (vgl. hierzu auch das gleichnamige Lied)
Burschenprüfung Der Burschung vorausgehende Prüfung des Fuxen über geschichtliche und studentische Fragen.
Burschensalon Die Sitzreihe auf Kneipen, in der nur Burschen und AHAH sitzen, gegenüber dem Fuxenstall; früher wurde auf Kneipen die Sitzordnung streng eingehalten
Burschung Feierlicher Abschluss der Fuxenzeit und Treueschwur auf Lebenszeit.
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C
C.V. Cartellversammlung
cand. Abkürzung für „Candidatus“ / Kandidat, das heißt, der betreffende Akademiker hat die Zwischenprüfung/ das Vordiplom / das Physikum erfolgreich abgelegt.
Cantus lat. Lied; Bezeichnung für die auf einer Kneipe gesungenen Lieder
Cartellbruder Anrede für ein Mitglied einer anderen Studentenverbindung innerhalb des CV. (siehe auch Bundesbruder, Kartellbruder und Farbenbruder)
CC Cumulativconvent (siehe auch Convent)
Cerevis vulgär lat. cervisia, eine Art Bier; Kleine, flache, schirmlose, häufig reich bestickte studentische Kopfbedeckung, meist inaktiven Burschen und Alten Herren vorbehalten, auch Bestandteil der studentischen Voll- oder Salonwichs. (siehe auch Wichs) Die einfachere, unbestickte Ausführung nennt sich Biertonne oder Tönnchen.
Charge franz. la charge; Last, Amt, Ehrenstelle. Bezeichnung für die Führungsämter einer Verbindung (Senior, Fuxmajor, Consenior, Schriftführer oder Scriptor und Kassier / Quästor).
Chargen, Chargenkabinett Gesamtheit der Chargen und Ämter einer Verbindung
Chargenzeichen Ursprünglich Geheimzeichen zur Kennzeichnung der Chargen (Senior = X, Fuxmajor = FM, Consenior = XX, Schriftführer = XXX, Kassier = XXXX). Dechargierte Chargen dürfen ihre Chargenzeichen nach dem Ende ihrer Amtszeit klammern, wobei jede Charge gemäß der zeitlichen Reihenfolge einzeln zu klammern ist.
chargieren Auftreten von (meist) drei Verbindungsmitgliedern in Vollwichs zu besonderen, feierlichen Veranstaltungen anderer Verbindungen.
Chargierter Offizieller Vertreter einer Verbindung in Vollwichs bei einer anderen Verbindung (i.d.R. bei einem Kommers). Man beachte den Unterschied zwischen Charge und Chargierter!
Comment franz. wie; Normen, Formeln und Formen, die in erster Linie einem einheitlichen Erscheinungsbild nach außen hin dienen. Der Comment besteht in der Regel aus überliefertem studentischem Brauchtum.
Consenior Er regelt das Kulturelle innerhalb der Verbindung (z.B. Vorträge). Er vertritt den Senior
Contrarium Präside des Burschensalons, bzw. des Fuxenstalles bei einer Kneipe
Convent Mitgliederversammlung, bei der über die Angelegenheiten des Verbindungslebens gesprochen wird. (AC, BC, WC, DC, CC, AHC)
Corona lat. Kranz; Teilnehmerkreis (z.B. Teilnehmerkreis einer Kneipe heißt Kneipcorona)
Couleur franz. Farbe; Aus Band und Mütze bestehendes Erkennungszeichen
Couleurdamen Meist jüngere Damen, die regelmäßig zu Verbindungsveranstaltungen kommen und sich mit der Verbindung verbunden fühlen. Ansprechpartner für die Couleurdamen ist der Consenior.
Couleurkarte Meist kunstvoll verzierte Postkarte, die Farben und Zirkel der herausgebenden Verbindung trägt. Mitunter werden Couleurkarten auch mit speziellen Motiven zu besonderen Anlässen herausgegeben. Es hat sich der Brauch entwickelt, Couleurkarten von Verbindungsveranstaltungen als Aufmerksamkeit an Freunde zu versenden. Den besonderen Reiz derartiger Couleurkarten machen die Unterschriften aller Mitglieder der Kneiptafel aus.
Curry Boshaft für „Corpsstudent“
CV Cartellverband, Zusammenschluss von 124 katholischen, farbentragenden und nichtschlagenden Studentenverbindungen. Er zählt derzeit ca. 32.000 Mitglieder.
CV-Nadel Sie ist ein Erkennungszeichen, bestehend aus den Farben des CV gelb (gold) und grün. Sie wird in der Ecke des rechten Rockaufschlages (Anzugkragen) getragen.
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D
Damenflor Gesamtheit der bei einer Veranstaltung anwesenden (Couleur-)Damen
DC Dechargierungsconvent (siehe auch Convent)
Dechargierung Entlastung einer Charge / eines Amtes am Ende ihrer Amtszeit durch den Convent (DC).
Degen Siehe Schläger
Dimissio Entlassung eines Verbindungsmitgliedes aus dem Bundesverhältnis. Man unterscheidet dim. a. t. (= ad tempus, d.h. auf Zeit), dim. a. t. i. (= ad tepus indeterminate, d.h. auf unbestimmte Zeit) und dim. i. p. (= in poenis, d.h. für immer).
Drachenfels Scherzhafte Bezeichnung für die abgesonderten (Balkon, Empore) Damenplätze bei einem Kommers; heute nur noch bei wenigen Verbindungen üblich.
Duell lat. Zweikampf; Siehe Fechten und Mensur
Duzcomment Besonderheit der katholischen Korporationsverbände, v.a. des CV; bedeutet, dass alle Verbandsangehörigen einander duzen ohne Unterschied von Alter und Status. Noch heute gilt bei den schlagenden Verbindungen der Duzcomment häufig nur für die Bundes-/Corpsbrüder.
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E
Ehrenband Mit einem Spruch (bei Franco-Raetia „bene merenti“) besticktes Band, das eine Verbindung einem besonders verdienten Mitglied verleiht und welches quer zum Burschenband getragen wird (bei schlagenden Verbindungen eher unüblich).
Ehrengericht Instanz einer Verbindung, die Streitigkeiten zwischen Mitgliedern schlichten soll und auf Antrag des BC Verstöße gegen die Verbindungsgrundsätze untersucht und vorbehandelt.
Ehrenstrafen Von BC oder Ehrengericht zu verhängende Sanktionsmaßnahmen
einpauken Zuspätkommer müssen sich in eine Kneiprunde einpauken, d.h. ein bestimmtes Quantum Bier trinken um der Kneipe beiwohnen zu dürfen.
EKV Europäischer Kartellverband Christlicher Studentenverbände. Der Zusammenschluss von 15 Mitgliedsverbänden, mit mehr als 660 Verbindungen in 12 Staaten und mit über 120 000 Mitgliedern ist der größte Verband Europas für Akademiker, Studenten und Schüler.
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F
Fakultät lat. Facultas creandi doctores, Die Fähigkeit, Doktoren zu ernennen; Diese Fähigkeit besaß immer ein bestimmtes Lehrerkollegium. Der Name wird heute verallgemeinernd für einen bestimmten Teilbereich (Studienrichtung an der Universität) gebraucht.
Farbenbruder Anrede für ein Mitglied einer Studentenverbindung die nicht dem EKV angehört. (siehe auch Bundesbruder, Cartellbruder und Kartellbruder)
Fax Früher auch Spund. Hausmeister einer Verbindung. Bis 1935 trugen die Faxe häufig eine Livreč in den Farben ihrer Verbindung; letztes Überbleibsel hiervon ist die heute noch übliche Faxenmütze.
Fechten Eine Art des Kampfes mit Hieb- und Stichwaffen, die von den Studenten trotz vielfachen Verbotes des Waffentragens leidenschaftlich gepflegte Form zur Regelung von Ehrenangelegenheiten. Unterscheidungsmerkmal für schlagende und nichtschlagende Studentenverbindungen.
Fidulität Vergnügliches, ungezwungenes Beisammensein ohne bestimmte Regeln und Programm.
Finken Auch Kamele, Wilde, Nachtstühle. Heute ungebräuchliche Bezeichnungen für die nichtkorporierten Studenten. Vor 1935 waren die Finken in der sogenannten Deutschen Finkenschaft (grüne Kopfcouleur) zusammengeschlossen, um ihre Interessen gegenüber der Übermacht der Korporationen besser vertreten zu können.
Flaus Pekeschenähnliche Jacke, die vor 1935 stets von den Füxen getragen wurde. Der Flaus ersetzt bei Kneipen und Kommersen das dunkle Sakko, wenn darunter ein Oberhemd mit Krawatte getragen wird. In Österreich wird die Pekesche als Flaus bezeichnet. Der Bierflaus hat wie die Pekesche einen Stehkragen, die Kneipjacke hat dagegen ein Revers.
Fux Auch Fuchs (was jedoch auf eine Volksetymologie zurückgeht; mit dem gleichnamigen Tier hat die Bezeichnung nichts zu tun). Im 15. Jahrhundert entstandene Bezeichnung für die Studenten im ersten und zweiten Semester, die etymologisch auf lat. „faex“ = Hefe, Abschaum zurückgeht, welche pejorativen Charakter hatte und ein bezeichnendes Licht auf die Hackordnung innerhalb der frühneuzeitlichen Studentenschaft wirft. Heute Bezeichnung für ein Mitglied während der Probezeit, i.d.R. 2 Semester. Bei einigen Verbindungen gibt es die Unterscheidung zwischen dem Krassfuxen im 1. Semester und dem Brandfuxen im 2. Semester.
Fuxenstall, Fuxia Gemeinschaft der Füxe
Fuxmajor, FM I.d.R. älterer Bursch, dem die Werbung neuer Mitglieder obliegt und der für die Erziehung der Füxe im Geiste der Verbindungsprinzipien verantwortlich ist.
Fuxenprüfung siehe Burschenprüfung
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G
Gang Kleinster Teilabschnitt einer Mensur
Gaudeamus igitur Anfangsworte des wohl bekanntesten Studentenliedes. Seit 1781 in der heutigen Fassung. Als kirchliches Bußlied ist es bereits seit 1267 nachweisbar, seit 1582 beginnt es bereits mit den o.g. Worten.
Gemäß Auch Kanne. Bezeichnung für ein Trinkgefäß
Gründungsfest Das Gründungsfest erinnert wie das Stiftungsfest an die Gründung der Verbindung und findet meist im Wintersemester statt. Es wird nicht in allen Verbindungen gefeiert.
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H
h.c.t. Abkürzung für „hora cum tempore“, das heißt, eine Veranstaltung beginnt eine (so genannte akademische) Viertelstunde später als angegeben.
h.s.t. Abkürzung für „hora sine tempore“, das heißt, eine Veranstaltung beginnt pünktlich.
Halbwichs Halbwichs ist eine Pekesche mit schwarzer Anzughose. (siehe auch Wichs)
Hochoffiz Erster und feierlichster Teil eines Kommerses oder einer Kneipe
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I
ICC Intercorporativer Convent
Inaktiver Studierendes Mitglied der Aktivitas, dass aus studiertechnischen Gründen (Prüfungen, Diplomarbeit, etc.) oder Wechsel des Studierortes von verschiedenen Verpflichtungen befreit ist.
Inoffiz Letzter und (hoffentlich) lustigster Teil einer Kneipe
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K
K.B.St.V. Abkürzung für: Katholisch Bayerische Studentenverbindung
K.D.St.V. Abkürzung für: Katholisch Deutsche Studentenverbindung
Kartellbruder Anrede für ein Mitglied einer Studentenverbindung innerhalb des EKV, jedoch verschiedener Verbände. (siehe auch Bundesbruder, Cartellbruder und Farbenbruder)
Karzer Universitätsarrest bzw. -gefängnis; noch bis in die sechziger Jahre besaßen die Universitäten Reste ihrer früheren akademischen Gerichtsbarkeit, d.h. Studenten wurden wegen geringfügiger Vergehen nicht zivilrechtlich, sondern intern belangt und galten somit auch nicht als vorbestraft. Der Karzer war hierbei die häufigste Sanktion, wobei im korporationsstudentischen Milieu Verurteilungen nahezu als Auszeichnung galten.
Kassier Der Kassier regelt die Kassenangelegenheiten der Verbindung. z.B. Mitgliedsbeiträge
keilen Das Werben neuer Mitglieder für die Verbindung
Kneipe Traditionelle, studentische Veranstaltung nach festen Regeln/Ritualen. Dabei wird gesungen und Reden abgehalten. Während einer Kneipe wechseln sich die Abschnitte mit Reden (Corona im Silentium) und Kolloquium (Corona im Gespräch) ab. Eine Kneipe hat immer einen feierlichen Teil (Offizium, kurz Offiz). Es kann sich ein gesellig-lustiger Teil (Inoffizium, kurz Inoffiz oder auch Exkneipe) anschließen. Eine feierlichere Variante der Kneipe ist der Kommers.
Kolloquium lat. Gespräch; Abschnitte während einer Kneipe oder eines Kommerses, in denen die Corona sich unterhalten darf. Das Gegenstück zum Kolloquium ist das Silentium.
Kommers Feierlichste und größte Form der Kneipe
Kommersbuch Studentisches Liederbuch (siehe auch Allgemeines Deutsches Kommersbuch)
Kontrahent Beteiligter an einem Zweikampf
Kopfcouleur Siehe Mütze
Korporation lat. Körperschaft; Oberbegriff / Synonym für alle Arten studentischer Verbindungen
Krassfux Fux im ersten Couleursemester. Bezeichnung für „niederrangigen“ Fux.
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L
Landesvater Ursprünglich ritualisierte Form der Huldigung an den Landesherrn im Rahmen einer Kneipe oder eines Kommerses; heute steht im Mittelpunkt das Bekenntnis zum Vaterland und die symbolische Erneuerung des Burscheneides durch Aufspießen der Mützen auf einen Schläger. Dies geschieht zum Cantus „Alles schweige…“ (vgl. Kommersbuch). Im deutschen CV ist der Landesvater nicht allgemein verbreitet.
Lebensbund, Lebensbundprinzip Das grundlegende Prinzip aller Verbindungen, quasi das Prinzip, was eine Verbindung von normalen Vereinen unterscheidet. Es bedeutet, dass die Mitgliedschaft lebenslang ist, d.h. man ist nicht nur während des Studiums Couleurstudent als Aktiver, sondern auch danach als Alter Herr. Daraus ergibt sich automatisch ein Austausch der Generationen.
Leibbursch, Leibfux In der Regel wählt sich ein Fux einen Burschen, mit dem er besonders gut befreundet ist, der ihn dann in Verbindungsangelegenheiten berät. Hieraus entwickeln sich dann ganze „Bierfamilien“.
löffeln Auch „in die Kanne schicken“; das Präsidium kann bei einer Kneipe einen Störer des Silentiums auffordern sich zu löffeln, d.h. dass der Aufgeforderte aufsteht, seine Mütze abnimmt und einen kräftigen Schluck aus seinem Glas nimmt.
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M
Major Domus, MD Zuständiger für alle Hausangelegenheiten (z.B. Theke)
Mensur lat. mensura, das Messen (des Abstandes zwischen den Fechtern). Ritualisierte Form des Zweikampfes unter Akademikern mit scharfen Waffen, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts die bis dahin üblichen Duelle alten Stils ablöste. Die schlagenden Verbindungen sehen in der sogenannten Bestimmungsmensur ein wichtiges Element der Charakterbildung und verlangen von ihren Mitgliedern eine bestimmte Anzahl von Pflichtmensuren. Aktive Chargen schlagen zusätzlich Chargenpartien. Bis 1969 wurde der Zweikampf mit tödlichen Waffen strafrechtlich verfolgt, heute gelten die allgemeinen Regeln des Strafrechts über vorsätzliche Tötung und Körperverletzung. Alle CV Verbindungen sind nichtschlagend
Mütze Verbindungsstudentische Kopfbedeckung (Kopfcouleur). Die Farben dieser setzten sich aus den Farben der Verbindung zusammen. An Formen unterscheidet man: Teller, Hinterhauptcouleur, Biedermeier, Hochformat und Stürmer. Gehört zum Couleur
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N
Nadel Anstecknadel in den Farben der Verbindung die in der Ecke des linken Rockaufschlages (Anzugkragen) getragen wird.
nichtschlagend Nichtschlagende Studentenverbindungen sind Verbindungen mit Mensurverbot. Im CV sind nur nichtschlagende Studentenverbindungen.
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O
Offizium Zweiter Teil eines Kommerses oder einer Kneipe
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P
Panier Auch Banner. Urspr. die Heerfahne, die mit dem Wappen bzw. den Farben des jeweiligen Ritters geschmückt war, bezeichnet es heute das Verbindungswappen bzw. die Verbindung an sich. Der Spruch „Franco-Raetia sei’s Panier!“ meint demnach: Wir tragen unsere Farben gleich einer Heerfahne vor uns her. Gleiches drückt das CV-Bundeslied aus, wenn es in der 2. Strophe heißt: „Unsre Farben, die wir tragen, schmücken unsrer Ehre Schild…“.
Pabst Sanitärartikel, in den erbrochen werden darf, meist flankiert von Haltegriffen
Pekesche polnisch bekiesza, Pelz; Zur Wichs einer Verbindung gehörende Jacke mit Querlitzenbesatz und Knebelverschlüssen, die oft in den Farben der Mütze gehalten ist, während die Kordeln der Verschlüsse und des Besatzes die Farben der Verbindung aufweisen. Entlehnt ist diese Tracht der Uniform der Freiheitskämpfer des polnischen Aufstandes von 1830, der damals in der burschenschaftlichen Bewegung Deutschlands eine Welle der Sympathie für die Polen und die Hoffnung auf eine freiheitliche Entwicklung auch in Deutschland auslöste. Die Pekesche löste die bis dahin getragene „Altdeutsche Tracht“ ab.
Pennalie lat. penna, die Feder; Schülerverbindung, auch Pennalverbindung
Pennalismus Auch Vexation oder Deposition; Bezeichnung für den mit schikanöser Behandlung an den Hochschulen einhergehende Initiationsritus der Erstsemester vom 14. bis 17. Jhdt. als offizieller Universitätsakt (= Deposition). In den von der Universität unabhängigen Landsmannschaften hieß die Behandlung der Neulinge Pennalismus, so genannt nach dem „Pennaljahr“ (vergleichbar mit der Fuxenzeit), welches sie absolvieren mussten und in dem sie zu den älteren Studenten in einem Abhängigkeitsverhältnis standen. Höhepunkt des Pennalismus war die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. An angelsächsischen Schulen und Universitäten heute noch als „fagging“ verbreitet; in Frankreich heißt es „bizutage“.
Pennäler Mitglied einer Schülerverbindung
Philister Abgeleitet vom altorientalischen Volksstamm der Philister, nahm Philister seit dem 17. Jahrhundert die pejorative Bedeutung „Nichtakademiker“ bzw. „Spießer“ an. Seit dem 19. Jahrhundert wandelt sich die Bezeichnung dann ins Positive und wird synonym mit dem Begriff „Alter Herr„. Die alte Bedeutung von Philister scheint noch durch in dem Lied „Burschen heraus!„: „gegen Zopf und Philisterei“.
Philisterium Die Philister einer Studentenverbindung bilden zusammen das Philisterium. Auch hier gibt es ein Chargenkabinett, jedoch ohne Fuxmajor.
plenis coloribus lat. mit vollen Farben; d.h. in Vollcouleur
Präsidium Das Präsidium sitzt einer Kneipe bzw. einem Kommers vor und leitet diese Veranstaltung. Es besteht meist aus den Chargen.
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Q
Quästor Siehe Kassier
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R
Rapier Urspr. spezielle Schlägerform, heute Synonym für Schläger
Renonce Neues Mitglied einer Damenverbindung. (siehe auch Fux) (frz.: Renonce = „Fehlfarbe“ bei einem Kartenspiel)
Rezeption Feierliche Aufnahme in die Verbindung als Fux
Räubercouleur Ursprünglich pejorative Bezeichnung für nichtcouleurfähige Bekleidung; heute meint der Begriff eine saloppe Kleidung, die dennoch mit dem Couleurtragen vereinbar ist (Kein Anzug aber Band und Zipfel, gegebenenfalls auch Mütze)
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S
Salamander Höchste Form studentischer Ehrenbezeugung auf Kneipen und Kommersen.
Salonwichs Studentische Tracht, bestehend aus schwarzem Anzug (o.Ä.), Schärpe, Cerevis, Handschuhen und Krawatte. (siehe auch Wichs)
Satisfaktion „Genugtuung“ zur Beilegung eines Ehrenstreites bes. durch Ehrerklärung oder Duell. Satisfaktionsfähig war ein Student / eine Verbindung, falls generell die Bereitschaft gegeben war, Ehrenstreitigkeiten ggfs. mit der Waffe zu regeln. Mit der Verdrängung des Duells unbedeutend.
schlagend Schlagende Studentenverbindungen sind Verbindungen, die als Pflicht oder aber auch fakultativ (fakultativ schlagend) von ihren Mitgliedern eine oder mehrere Mensuren verlangen. Im CV sind nur nichtschlagende Studentenverbindungen.
Schlitzer Boshaft für schlagende Verbindungsstudenten
Schläger Bei CV-Verbindungen ist heutzutage der Schläger stumpf und ohne Spitze, jedoch sonst ähnlich wie ein Degen gebaut. Er ist, da das Tragen eines Degens als Waffe in früheren Jahren verboten war, auch heute noch Ausdruck der akademischen Freiheit.
Schmiss Die auf einer Mensur erhaltene Wunde bzw. die zurückbleibende Narbe.
Schmollis Urspr. Zutrunk, mit dem zwei Korporierte einander das „Du“ anbieten. Im CV ist wegen des Duz-Comments diese Funktion des Schmollis weitgehend obsolet geworden, weshalb er als besonders ehrenvolle Form des Zutrinkens betrachtet wird. Der Geehrte erwidert: „Fiducit!“ Bei der Reception eines neuen Mitgliedes entbietet der Senior dem Fux das „allgemeine Schmollis des aktiven CV„, wodurch der Duz-Comment wirksam wird.
Schriftführer Der Schriftführer regelt den Postein- und Ausgang und führt Protokoll auf den Conventen.
Schülerverbindung Zusammenschluss von Oberstufenschülern mit den Zielen lebenslange Freundschaft, gegenseitige Unterstützung (gerade auf dem Weg zum Abitur) und einer großen Portion Lebensfreude. Ähnlich den Studentenverbindungen nach traditionellen Formen organisieren.
Schärpe lat. scirpea, Binsentasche; franz. écharpe, Armbinde; Als Schulterschärpe wurde sie bereits von den Landsmannschaften im 17. Jahrhundert getragen. In der Urburschenschaft war die Schärpe Amts- und Festzeichen. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts gehört sie nur mehr zur Wichs. Sie ist in den Farben der Verbindung gehalten und wird wie das Band über diesem von der rechten Schulter zur linken Hüfte getragen.
Scriptor Siehe Schriftführer
Senior Für ein Semester vom Convent (WC) gewählter Bursch, der die Verbindung nach außen repräsentiert. Vorsitzender der Chargen.
Silentium lat. Ruhe; Silentium werden die Abschnitte während einer Kneipe oder eines Kommerses genannt, in denen die Corona sich nicht unterhalten darf. In diesen Abschnitten werden Reden gehalten, studentische Bräuche zelebriert (Comment) oder es wird gesungen. Das Gegenstück zum Silentium ist das Kolloquium.
Spefux Interessent an der Verbindung; potentielles Neumitglied.
steil Ganz besonders die couleurstudentischen Spielregeln und -gesetze befolgend
Stiftungsfest Jährliche stattfindende „Geburtstagsfeier“ der Verbindung
Stoff Bier
Stürmer Besondere Machart einer Mütze, auch genannt „Elefantenpariser“
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T
Tempus peto! Es ist allgemein üblich, dass der Platz an der Kneiptafel während des Offiziums auf gar keinen Fall verlassen wird („Non licet vagari“). Jedoch kann man mit der Formel „Tempus peto!“ die Genehmigung erbittet, den Raum kurzfristig verlassen zu dürfen. Dies wird durch „Habeas!“ gewährt bzw. durch „Non habeas!“ verweigert.
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V
Verbindungshaus In der Regel findet das Verbindungsleben auf dem verbindungseigenen Haus oder der Verbindungsetage statt. Auf vielen Häusern isst man gemeinsam zu Mittag; abends ist das Haus der Ort für die Verbindungsveranstaltungen. An veranstaltungsfreien Tagen bildet es den Treffpunkt für gesellige Stammtische, Skatklopfer oder heiße Diskussionsrunden.
Verbum peto! Formel, mit der ein Kneipteilnehmer beim Präsidium ums Wort bittet. Dieses wird durch „Habeas!“ gewährt bzw. durch „Non habeas!“ verweigert.
Vollwichs Die Vollwichs besteht aus Cerevis (Barett, besonders verzierte Kopfbedeckung), Band, Schärpe, Pekesche (verzierte Jacke), weißer Stiefelhose, schwarze Schaftstiefel, weißen Stulpenhandschuhen und Schläger, gegebenenfalls Sporen. (siehe auch Wichs)
Vorort Bezeichnung für die geschäftsführende Verbindung bzw. den Ortsverband eines Korporationsverbandes.
Vulgo lat. beim Volk; „genannt“, auch Biername; Interner Name eines Mitgliedes; schreibt man den Vulgo hinter den bürgerlichen Namen, so setzt man dazwischen „v/o“ bzw. „v.“
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W
Waffenring Zusammenschluss mehrerer oder aller schlagenden Verbindungen eines Hochschulortes, der für den örtlichen Fechtcomment und die Vereinbarung der Partien zuständig ist.
Waffenschutz Fakultativ schlagende Verbindungen, die keine eigenen Waffen besitzen, begeben sich meist in den Waffenschutz einer schlagenden Verbindung, die dann gegebenenfalls anfallende Partien übernimmt.
WC Wahlconvent (siehe auch Convent)
Wichs Ursprünglich Festkleidung der Studenten, die heute nur noch bei Kneipen und Kommersen Verwendung findet. Die heutige Form der Wichs entstand um 1830, als die Studenten aus Sympathie für den polnischen Freiheitskampf gegen Russland die polnische Ulanenuniform übernahmen; sie ersetzte die auf die Urburschenschaft zurückgehende sogenannte altdeutsche Tracht. (siehe auch Vollwichs, Salonwichs und Halbwichs)
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X
X Zeichen für Senior (siehe auch Chargenzeichen)
XX Zeichen für Consenior (siehe auch Chargenzeichen)
XXX Zeichen für Schriftführer (siehe auch Chargenzeichen)
XXXX Zeichen für Kassier (siehe auch Chargenzeichen)
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Z
Zipfel Ursprünglich an der Taschenuhr getragenes Anhängsel in Verbindungsfarben. Heute Schmuckanhänger aus einem Stück Couleurband und einem Schieber mit Wappen, Zirkel und Widmung, der am Gürtel getragen wird. Man unterscheidet nach der Größe Bier-, Wein-, Sekt- und Schnapszipfel. Er wird zu verschiedenen Anlässen getauscht. z.B. zwischen Leibbursch und Leibfux oder bei besonderen Freundschaften zwischen Korporierten.
Zirkel Er ist ein in der Regel geschwungenes Symbol für eine Studentenverbindung, der die Abkürzungsbuchstaben beinhaltet (jede CV-Verbindung hat ein Buchstabenkürzel). Er wird hinter der Unterschrift als Zeichen der Verbindungszugehörigkeit. Aber auch auf Couleurgegenständen verwendet. Im Schreibmaschinensatz oder digitalisierten Schriftstücken wird der Zirkel durch das Buchstabenkürzel mit Ausrufungszeichen ersetzt (z.B. F-Rt! für Franco-Raetia) Das ! hinter dem Zirkel gibt an, dass die Verbindung eine Aktivitas hat.